Insight - turnaround management

Solide Ergebnisse in der GuV, aber dennoch ist die Liquidität bedroht?

Positive Ergebnisse in der GuV garantieren noch keine ausreichende Liquidität - warum ergebnisorientierte Steuerung allein nicht genügt

In der Praxis zeigt sich vielfach: Ein positives EBITDA vermittelt dem Management und anderen Stakeholdern häufig eine trügerische Sicherheit, währenddessen die Liquiditätskrise bereits spürbar ist. Doch wer vorwiegend ergebnisorientiert steuert, übersieht möglicherweise existenzbedrohende Liquiditätsengpässe.

Warum EBITDA und Liquidität konsistent übergeleitet werden müssen

Eine Gewinn- und Verlustrechnung, die durch bilanzielle Effekte wie aktivierte Eigenleistungen, Bestandsveränderungen oder Periodenabgrenzungen beeinflusst wird, kann scheinbar stabile Verhältnisse ausweisen. Insbesondere in projektorientierten Unternehmen basiert das Ergebnis oftmals zu einem erheblichen Teil auf aktivierten Eigen- und Projektleistungen. Diese verbessern zwar das EBITDA, führen jedoch nicht gleichzeitig zu einem Liquiditätszufluss.

Wer Ergebnis- und Liquiditätseffekte nicht sauber überleitet, verfügt über keine hinreichende Transparenz hinsichtlich der tatsächlichen finanziellen Situation des Unternehmens. Eine drohende Liquiditätskrise wird dann möglicherweise nicht oder erst zu spät erkannt.

Das aktuelle Marktumfeld verzeiht keine Schwächen

Das aktuelle Marktumfeld aus gestiegenen Zinsen, volatilen Auftragslagen und verlängerten Zahlungszielen verzeiht keine Schwächen im Liquiditätsmanagement. Dennoch fehlt in vielen Unternehmen nach wie vor eine belastbare Prognose für die kommenden Wochen und Monate.

Neben mangelnder Transparenz liegt dies häufig an einem weiteren Problem:

Veraltete Daten erschweren eine belastbare Liquiditätsprognose

Ein Forecast ist nur so gut wie seine Datenbasis. Müssen Daten mühsam aus unterschiedlichen Systemen manuell zusammengeführt werden, sind die Ergebnisse oftmals bereits veraltet, bevor der Bericht überhaupt fertiggestellt ist. Auf dieser Grundlage lassen sich keine belastbaren Entscheidungen treffen – insbesondere nicht im Dialog mit Banken, Investoren oder Gesellschaftern.

Unsere Empfehlung: Von reaktiver Planung zu integrierter Steuerung

Weg von der reaktiven Liquiditätsplanung auf Basis von Plandaten, hin zu einer integrierten Unternehmenssteuerung auf Basis aktueller Ist-Daten und rollierender Forecasts. Ziel ist es eine durchgängige Transparenz über die zukünftige Liquiditätsentwicklung zu schaffen - unabhängig davon, ob sich das Unternehmen in einer Wachstums-Transformations- oder Konsolidierungsphase befindet.

Zur Unterstützung eines modernen Liquiditätsmanagements setzen wir unter anderem auf die Treasury-Management-Plattform Agicap. Sie automatisiert zahlreiche manuelle Prozesse, reduziert den Aufwand für die Datenaufbereitung erheblich und schafft die Grundlage für eine konsistente Datenstrategie. Konkret unterstützt die Plattform folgende Erfolgsfaktoren:

  • 🔄 Automatisierter Datenfluss: Die direkte Anbindung an Banken und ERP-Systeme stellt einen tagesaktuellen, einheitlichen Datenstand sicher – ohne manuellen Übertragungsaufwand.
     
  • 🔮 Flexible Szenarioanalysen: Eine rollierende Mehrwochenplanung ermöglicht es, Auftragsverschiebungen, Zins- oder Zahlungszieländerungen frühzeitig zu simulieren und Handlungsoptionen rechtzeitig zu bewerten.
     
  • Direkter Soll-Ist-Abgleich: Abweichungen werden unmittelbar auf Kategorien- und Entitätsebene sichtbar und nicht erst Wochen später im Monatsabschluss.
     
  • 🌐 Multi-Entity & Cash Pooling-Fähigkeit: Auch komplexe, heterogene Banken- und Gesellschaftsstrukturen lassen sich konsolidiert abbilden. 
     
  • 🤖 KI-gestützte Mustererkennung & datenbasierte Prognosen: Saisonale Effekte sowie tatsächliches Zahlungsverhalten fließen direkt in die Forecasts ein.

Der entscheidende Effekt
Weniger manueller Pflegeaufwand schafft Kapazitäten für das, was in volatilen Zeiten wirklich zählt: wichtige Handlungsoptionen analysieren und fundierte Entscheidungen treffen. So entwickelt sich Liquiditätsmanagement von einer kaufmännischen Pflichtaufgabe zu einem wirkungsvollen Führungs- und Steuerungsinstrument.

Takeaways

  1. Gewinn ohne Liquidität ist ebenso kritisch wie Liquidität ohne nachhaltige Erträge. Ein gesundes Unternehmen benötigt beides – und eine saubere Überleitung zwischen beiden Sichten.
     
  2. Unternehmen, die ihre Liquidität auf Basis integrierter, rollierender und szenariofähiger Planungsansätze steuern, verbessern Transparenz, Reaktionsgeschwindigkeit und Entscheidungsqualität. Die konsistente Verbindung von Ergebnis- und Liquiditätssicht ist dabei kein Selbstzweck, sondern eine zentrale Voraussetzung für nachhaltige finanzielle Stabilität und unternehmerische Handlungsfähigkeit.
     
  3. Technologie als Enabler: Der Mehrwert entsteht erst durch die Verbindung aus Prozess, Datenstrategie und konsequenter Managementnutzung.

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